* Düst´re Vision *

Jean-Paul Avisse
Nach der Ruhe, welche dich brachte,
kam der Sturm.
Er riß uns in einen Strudel
der Verfänglichkeit und des Glück's,
keine Macht war dem gefeit.
Von Liebe
- welch' wages Wort -
war die Rede.

Jedoch
ohne unser'n Verstand,
nicht gewollt,
aber auch nicht aufzuhalten
wurde ich gestoßen
in einen Abgrund
- dunkel und tief -

Du willst mir hinaushelfen an's Licht
und reichst mir deine Hand
und ich nehme sie, da keine Wahl
und deine Hand noch so vertraut,
doch voller Qual
schreit schmerzvoll meine Seele.
Denn wenn ich oben angelangt,
wird es nicht mehr wie vorher sein.
Mein Körper unwiderruflich leer
und meine Seele flieht in die Dunkelheit.
Auch du kannst dies nicht mehr ändern,
denn ich sehe dein Licht nicht mehr.
Ich spüre nur noch Kälte dort,
wo deine Wärme nicht mehr hinstrahlt.

Wenn Träume zerrinnen
wie Sand zwischen den Fingern,
dann kommt ein Wind
und trägt sie mit sich fort
in die Unwiederruflichkeit.

© 2000-01-17 by Flämmchen

 

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